Bei uns in guten Händen

Wir kommen zu Ihnen

Ambulante Familienpflege - Ein Angebot für Familien in akuten Notsituationen

Mutter mit ihren Söhnen vor der Waschmaschine

Grundlagen

Die ambulante Familienpflege ist ein Hilfsangebot für Familien mit Kindern zur Überbrückung von vorübergehenden Not- und Krisensituationen, welches seit 1991 im Main-Taunus-Kreis besteht. Wir kooperieren eng mit dem örtlichen Jugendhilfeträger (für Maßnahmen nach § 20 SGB VIII, § 27 SGB VIII) und den Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern.

 

Sie können die Familienpflege in Anspruch nehmen

  • bei Klinik- oder Kuraufenthalten des betreuenden Elternteils
  • bei akuter oder chronischer Erkrankung des betreuenden Elternteils
  • bei Suchterkrankung eines Elternteils
  • bei Entbindung und Risikoschwangerschaft
  • bei körperlicher oder seelischer Überforderung in besonderen Problemsituationen 
  • bei fehlenden Strukturen und Fertigkeiten zur Haushaltsführung

 

 

Ambulante Familienpflege

Grundlagen unserer Arbeit

Nach unserem Selbstverständnis stehen die Kinder immer im Vordergrund der Arbeit. Unsere Mitarbeiterinnen führen vor jedem Einsatz einen Hausbesuch durch und klären in einem ausführlichen Erstgespräch die Modalitäten, wie wir Ihrer Familie helfen können. Für die Qualität unserer Arbeit ist es unerlässlich, dass die Mitarbeiterin eine möglichst umfassende Einweisung in den Haushalt und den Tagesablauf der Familie erhält. Alle Mitarbeiterinnen sind an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden. Der Einsatz einer Familienpflegerin entbindet die Familienangehörigen nicht von ihrer Mitarbeit und Mitverantwortung. Nach unserem systemischen Arbeitsverständnis ist es unerlässlich, alle zur Verfügung stehenden Ressourcen in unsere Arbeit mit einzubeziehen.

Bereiche

Die Mitarbeiterinnen übernehmen pädagogische, hauswirtschaftliche und sozialpflegerische Aufgaben in Kooperation mit den Familien.

Pädagogischer Bereich

Betreuung und Versorgung der Kinder umfasst: 

  • Sicherstellung von Kindergarten- und Schulbesuch
  • Begleiten von Arztbesuchen, Schulgesprächen
  • Kooperation mit Ämtern und Behörden
  • Unterstützen der Schaffung von Tagesstrukturen, gemeinsame Mahlzeiten
  • Begleiten bei Freizeitaktivitäten und Hausaufgaben.

Hauswirtschaftlicher Bereich

Das Angebot umfasst, je nach Situation, Entlastung bei der Hausarbeit (z. B. Wäschepflege, Einkauf, Lagerhaltung, Reinigungsarbeiten) und Hilfen zur Strukturierung des Tagesablauf bis hin zur selbstständigen Weiterführung des Haushalt bei Abwesenheit der haushaltsführenden Person.

Sozialpflegerischer Bereich

Pflegerische Arbeiten bei Säuglingen und Kleinkindern, behinderten und erkrankten Familienmitgliedern, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der häuslichen Krankenpflege.

Informationen über soziale Einrichtungen, Vermittlung und Begleitung zu Beratungsstellen, Unterstützung der Eltern bei der Alltagsbewältigung.

HOT-Haushaltsorganisationstraining

In besonderen, prekären Lebenslagen, wenn die Haushaltsführung nicht mehr gelingt, die Überforderung von Eltern eine geeignete Alltagsführung behindert, vielfältige Problemsituationen das Leben bestimmen und unterstützende soziale Netzwerke fehlen, dann kann ein Haushaltsorganisationstraining geeignet sein, diese Lebenssituation aufzulösen.

Die Sicherstellung geeigneter Versorgungsstrukturen und Vermittlung grundlegender Kenntnisse der Haushaltsführung werden hierbei in den Vordergrund gestellt und bieten als Angebot der Jugendhilfe in manchen Fällen eine passgenaue Lösung für Familien. Das über einen längeren Zeitraum angelegte Haushaltsorganisationstraining zeigt in intensivem Kontakt alltägliche Abläufe und ermöglicht das Schaffen von neuen Strukturen und geeigneten Maßnahmen zur Sicherstellung einer gelingenden Haushalts- und Kinderversorgung.

Wer kommt zu Ihnen?

In unserem Familienpflegeteam arbeiten ausgebildete Familienpflegerinnen, Hauswirtschafterinnen, Kinderkrankenschwestern und Aushilfskräfte mit langjähriger Erfahrung unter ständiger fachlicher Begleitung, Supervision und Weiterbildung.

Wie lange dauert ein Familienpflegeeinsatz?

Die Dauer und der Umfang des Einsatzes richten sich nach dem ärztlichen Attest, unserer fachlichen Einschätzung, unserer Personalkapazität und der Genehmigung durch die Krankenkasse. In der Regel dauert ein Einsatz 1 - 6 Wochen. In besonderen Situationen kann Familienpflege auch über mehrere Monate gewährt werden, die maximale Dauer ist ein Jahr.

Einsätze nach § 20 SGB VIII sind in der Regel auf 75 Stunden pro Einsatz begrenzt, im Rahmen eines HOT – Haushaltsorganisationstrainings richtet sich die Dauer nach den individuellen Bedarfen, diese Maßnahmen reichen in der Dauer von wenigen Monaten bis zu einem Jahr.

Wie wird die Familienpflege finanziert?

Versicherte in den gesetzlichen Krankenversicherungen mit Kindern unter 12 Jahren haben einen Rechtsanspruch auf Erstattung von Haushaltshilfe/ Familienpflege (§ 38 SGB V)

Weitere Kostenträger sind die Rentenversicherungsträger und die Sozial - und Jugendämter des Main-Taunus-Kreises.

Für Sie als unsere Kunden entstehen (bis auf die gesetzliche Zuzahlung im Rahmen von Einsätzen über die Krankenkasse) keine Kosten.

Beispielfälle

Frau Mustermann stürzt im Haushalt und fügt sich einen komplizierten Wadenbeinbruch zu. Sie benötigt eine Operation und muss für einige Zeit in die Klinik. Ihr Mann arbeitet in einer Position, die kurzfristig keinen Urlaub erlaubt, Familienangehörige leben keine in der Nähe. „Was mache ich nur mit meinen zwei Kindern..?“

Frau Meier lebt als alleinerziehende Mutter dreier Kinder in einer kleinen Sozialwohnung, Kontakt zu den Kindsvätern besteht nicht. Das Einkommen reicht oft nicht ganz bis zum Monatsende. Sie fühlt sich zunehmend von der alleinigen Verantwortung für die Kinder, den Haushalt und ihre eigene  Zukunft überfordert. „Wie kann mir jemand helfen, ich schaffe das alles nicht mehr…?“

Frau und Herr Müller, ein junges Paar, erwarten ihre ersten Kinder: Zwillinge. Beide haben die Schule abgebrochen, aktuell keine Arbeit und leben von staatlicher Unterstützung in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Sie haben wenig Erfahrungen in Haushaltsführung und keinerlei in Kindererziehung, Familienangehörige stehen nur begrenzt helfend zur Seite. „Wie sollen wir die Ankunft der Kinder vorbereiten und die Organisation unseres Haushaltes bloß alleine bewerkstelligen..?"